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Kreis Recklinghausen: Rettungseinsätze können teuer werden
© Feuerwehr Recklinghausen
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Kreis Recklinghausen: Rettungseinsätze können teuer werden

Im Kreis Recklinghausen kann ein Notruf ab dem 01. Januar 2026 sehr teuer werden: Wegen eines Streits mit den Krankenkassen droht Patienten eine Rechnung über mehrere hundert Euro.

Veröffentlicht: Dienstag, 16.12.2025 16:46

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Wer im Kreis Recklinghausen die 112 wählt, muss tief in die Tasche greifen

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Wer im Kreis Recklinghausen im kommenden Jahr wegen eines medizinischen Notfalls die 112 wählt, muss möglicherweise tief in die Tasche greifen. Derzeit sieht es so aus, dass Patienten einen erheblichen Teil der Kosten für Rettungseinsätze selbst tragen müssen. Hintergrund ist ein Streit mit den Krankenkassen über die Finanzierung. Dabei geht es vor allem um so genannte „Fehlfahrten“. Darunter fallen alle Einsätze, bei denen kein Patient im Rettungswagen transportiert werden muss. Eine Lösung des Konflikts ist aktuell noch nicht in Sicht. Da sich die Parteien auf Paragrafen berufen, wird eine Lösung wohl nur über den Gesetzgeber oder Richter möglich sein. 

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So viel kostet ein Rettungseinsatz für Patienten in Recklinghausen

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Für Patienten im Kreis Recklinghausen bedeutet das stand jetzt (16.12.): Wird ab dem 1. Januar zum Beispiel der Notruf gewählt, muss auf jeden Fall ein erheblich größerer Eigenanteil bezahlt werden als bislang. Wie hoch dieser Eigenanteil sein wird, ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich und befindet sich noch in der Abstimmung. Derzeit müssten Patienten in der Stadt Recklinghausen für einen Rettungswagen 213,30 Euro bezahlen, für einen Krankentransportwagen 82,76 Euro (zum Beispiel zur Dialyse) und für einen Notarzteinsatz 204,56 Euro. Möglich ist sogar, dass Patienten diese Kosten rückwirkend zum 1. September zahlen müssen, da die Krankenkassen ab diesem Zeitraum die eigenständigen Festbeträge festgesetzt haben. In Waltrop betragen die Kosten für einen Rettungswagen ab dem 01. Januar 1.307 Euro. Die komplette Summe wird den Patienten zunächst in Rechnung gestellt. Die müssen dann ihre Krankenkasse kontaktieren und abklären, wie viel davon erstattet wird.

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Recklinghausen prüft Gebührenbefreiung für Härtefälle

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Am Ablauf des Rettungseinsatzes ändert sich für die Patienten nichts, der Rettungsdienst steht weiterhin uneingeschränkt 24 Stunden zur Verfügung. Derzeit wird überlegt, was mit Patienten geschieht, die sich diese Kosten nicht leisten können. In Recklinghausen wird zum Beispiel geprüft, ob in Härtefällen eine Befreiung der Gebühren möglich ist. Noch ist aber unklar, wie ein Härtefall definiert werden könnte. Patientenschützer befürchten, dass in Zukunft aus Angst vor den hohen Kosten deutlich weniger Menschen den Notruf wählen – und es somit mehr schwere Krankheitsverläufe oder sogar Todesfälle geben könnte. 

Nun gibt es aber Hoffnung: Die Stadt Essen, die die höheren Eigenanteile als erste Stadt beschlossen und die Diskussion damit ins Rollen gebracht hatte, wird nun vorerst doch keine Gebührenbescheide an Patienten verschicken. Die Rechnungen werden weiter an die Krankenkassen verschickt - in der Hoffnung, dass es dann bald eine bundesweite Lösung geben wird. Ob die Städte im Kreis Recklinghausen nun nachziehen werden, ist noch unklar.

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Würdet ihr wegen der hohen Kosten in Zukunft zögern, den Notruf zu wählen?

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