
Verbotene Sterbehilfe geleistet: Dattelner Arzt verurteilt
Weil er einem psychisch kranken Patienten beim Sterben geholfen haben soll, ist ein Arzt aus Datteln zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Es ist bereits die zweite Strafe für ihn.
Veröffentlicht: Mittwoch, 25.03.2026 06:00
Vier Jahre und vier Monate Gefängnis für Arzt aus Datteln
Ein Arzt aus Datteln ist jetzt zum zweiten Mal wegen Totschlags verurteilt worden. Der 83-Jährige soll einem 42-jährigen Patienten in Essen Sterbehilfe geleistet haben - das ist in Deutschland verboten. Die Richter verurteilten ihn deshalb zu vier Jahre und vier Monate Haft. Laut Urteil war der Patient aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht in der Lage, selbstverantwortlich zu entscheiden. Das habe der Angeklagte auch erkannt. Dass der Arzt die Freitod-Begleitung trotzdem durchgeführt habe, hängt laut Urteil mit seiner Motivation zusammen. Er sehe sich als Vorkämpfer für psychisch kranke Menschen und für das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, sagte der Richter beim Urteil.
Dattelner Arzt schon mal wegen Sterbehilfe zu Haftstrafe verurteilt
Der Dattelner Arzt hatte dem Patienten aus Essen im Juli 2023 eine Infusion gelegt und eine tödliche Natriumlösung angeschlossen. Das Ventil hatte der 42-jährige Essener, der seit fast 20 Jahren an Depressionen gelitten hatte und fast erblindet war, anschließend selbst geöffnet. Es war übrigens nicht der erste Prozess gegen den 83-jährigen Arzt wegen Sterbehilfe. Vor über zwei Jahren wurde er wegen eines anderen Falls aus Dorsten zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Diese Strafe ist in das neue Urteil eingeflossen. Es ist aber noch nicht rechtskräftig.